Whale Watching Management
Im Rahmen des Whale Watching, einer weltweiten, zur Industrie
gewordenen Form des Tourismus, gehen jährlich Millionen von
Menschen auf Bootsexkursionen, um den Meeressäugern
möglichst nahe zu sein. Diese Form der Interaktion führt
unweigerlich zu Zielkonflikten. Durch die Zunahme an
Bootsexkursionen werden die Tiere in ihrem Verhalten gestört
und müssen sich bspw. mit einem wachsenden Pegel an
Störgeräuschen durch Bootsmotoren arrangieren. Eine große Herausforderung für Tiere, die sich hauptsächlich akustisch verständigen und sich mit Hilfe des Schalls orientieren und durch den Ozean navigieren.
Auf der anderen Seite bringen sich immer mehr Gemeinden
in eine ökonomische Abhängigkeit. Whale Watching ist ein
lukratives Geschäft mit einem interessanten Markt-
wachstum. Genau in diesem Konfliktfeld bewegt sich die
derzeitige Forschung, die natürlich in erster Linie die
negativen Auswirkungen dieser Industrie auf das Verhalten
der Tiere untersucht.
Ziel der Forschungen ist es an dieser Stelle, die
Belastungsgrenzen der Tiere zu erkennen und Grundlagen
für staatliche Regulationen zu schaffen, die den Markt in
seinem Wachstum und die Exkursionen in der
unmittelbaren Durchführung regulieren und überwachen.Literatur:
Scheer, M., Hofmann, B. & Behr, I.P. 1998. Interactions between whale watching vessels and short-finned pilot whales (Globicephala macrorhynchus) off the sw coast of Tenerife, Canary Islands: behavioural implications. Report to Videconsejería de Medio Ambiente, La Laguna, Tenerife. 41 pages.